(*1914) |
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| Edith Margass: Leben und Schaffen |
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Edith Margass wurde am 11.6.1914 in Berlin als Edith Irmgard Rindfleisch geboren. Ihr Vater Hermann Rindfleisch (geb. 1885) war von Beruf Werkmeister und fiel im Ersten Weltkrieg 1916 bei Verdun. Die Mutter Anna (geb. 1884) heiratete später den Dolmetscher, Übersetzer und Berater Richard Margass. 1932 ging Edith Margass im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes nach Paris. 1933 legte sie die Abiturprüfung an der I. Städtischen Studienanstalt Berlin ab. Im gleichen Jahr nahm sie das Studium der Romanistik (HF), Anglistik (NF) und Philosophie (NF) an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin auf. Ab März 1941 war sie dort als wissenschaftliche Hilfskraft am Romanischen Seminar tätig. 1943 erlangte Edith Margass den Doktorgrad. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit dem französischen Staatsrechtler Jean Bodin (s. Veröffentlichungen). Im Anschluss an die Doktorprüfung wurde Edith Margass als wissenschaftliche Assistentin am Romanischen Seminar der Friedrich-Wilhelms-Universität angestellt. Im Personalfragebogen gab sie an, Französisch, Italienisch, Englisch und Spanisch zu beherrschen. Ihre Themenschwerpunkte verschoben sich mit Antritt der Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin zum französischen und provenzalischen Mittelalter: Sie leitete Proseminare und Übungen zur altfranzösischen, altitalienischen und provenzalischen Sprache und Literatur und gab eine Vorlesung zur Metrik. Nebenberuflich arbeitete Edith Margass an der von der Wissenschaftlichen Editions-Gesellschaft herausgegebenen Zeitschrift mit. 1948 wechselte Edith Margass als wissenschaftliche Assistentin an die neu gegründete Freie Universität Berlin. Im Personalfragebogen zur Einstellung gab sie an, keine Kinder zu haben und ledig zu sein. Zur Zeit der Einstellung wohnte Edith Margass noch im Ostsektor der Stadt. Ihre damalige Adresse lautete Bötzowstr. 27, Berlin NO 55. In einem Schreiben der Philosophischen Fakultät heißt es: Frau Dr. Edith Margass wohnt im Ostsektor. Sie wird noch eine neutrale Adresse im Westsektor angeben. Nachrichten an sie sind vorsichtig abzufassen, da sie noch an der Universität Berlin Unter den Linden arbeitet.
Edith Margass mietete eine Wohnung in der Boltzmannstraße 3 in Berlin-Dahlem. Diese grenzte damals an das Archäologische Institut der FU. Vom Wintersemester 1948/49 bis zum SS 1953 lehrte Edith Margass in der Romanistik Altfranzösisch und Provenzalisch: WS 1948/49
SS 1949
WS 1949/50
SS 1950
WS 1950/1951
SS 1951
WS 1951/52
SS 1952
WS 1952/53
SS 1953
Die Lehraufträge von Edith Margass sind zumeist als unbesoldet geführt. Im SS 1949 und im WS 1949/1950 werden ihr für das Semester 1500 DM zugestanden. Im Mai 1950 erhält sie eine Beihilfe von 100 DM pro Monat. Neben ihrer Lehrtätigkeit trat Edith Margass für den deutsch-französischen Kulturaustausch ein. Zusammen mit der in Berlin ansässigen französischen Kulturmission gründete sie einen französischen Arbeitskreis (cercle français). Für die Treffen des Arbeitskreises stellte sie einen Raum ihrer eigenen Wohnung zur Verfügung. Sie organisierte Einladungen von französischen Akademikern zu Vorträgen und Diskussionsabenden, und kümmerte sich darum, dass Studenten des Romanischen Seminars die Möglichkeit erhielten, an in Berlin stattfindenden französischen Veranstaltungen teilzunehmen. Zudem pflegte sie Kontakte nach Frankreich, um den Studentenaustausch zu fördern. Edith Margass war eine der treibenden Kräfte in der Gruppe der FU-Gründungsassistenten. Die Gruppe setzte sich für eine satzungsmäßige Regelung der Assistentenschaft, eine Festlegung der Bezüge und mehr Mitbestimmung ein. Eine formelle Beschreibung des Status der Assistenten war nämlich bei der Gründung der Universität, obwohl diese im Gegensatz zur traditionellen Ordinarienuniversität deutlichen Reformcharakter aufwies, ausgeblieben. Am 27.1.1949 richtete Edith Margass gemeinsam mit Harry Freygang (wissenschaftlicher Assistent am Volkswirtschaftlichen Institut) ein Schreiben an den Rektor, den Senat und die Fakultäten, in dem daran erinnert wird, dass die Assistenten keine satzungsmäßig anerkannte Gruppe darstellten und daher auch keine Vertretung in den Akademischen Senat und die Gremien der Fakultäten entsenden könnten. 1949 verfassten Margass und Freygang zusammen mit einem weiteren Assistenten (Kennert) eine Begründung ihres Anliegens, in der sie darauf hinwiesen, dass die FU Berlin als Modell einer neuen Universität die "unheilvolle Abkapselung der deutschen Universitäten vom umgebenden gesellschaftlich-politischen Leben" überwinden sollte und forderten "die akademischen Selbstverwaltungsorgane auf, eine wesentlich breitere Basis zu stellen [einschließlich jeweils eines Vertreters der Assistentenschaft], um den demokratischen Grundsätzen entsprechend einer möglichst großen Zahl von Universitätsangehörigen eine mitbestimmende Funktion für die Gestaltung ihrer Universität zu gewähren". Der Vorsitzende der FU-Gründungsprofessoren Hans Leisgang blockierte jedoch die Reformvorstellungen der Assistenten und Assistentinnen, so dass sich bis 1951 an ihrem Status nichts änderte. Erst im März 1951 traten Regularien in Kraft, die die Assistenten zumindest als Gruppe definierten. Hier wurde jedoch auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Assistenz-Tätigkeit nicht als Beruf gelten könne und die Möglichkeit einer Vertretung im Senat und in den Gremien wurde nicht einmal erwähnt. Erst 1958, als Edith Margass längst nicht mehr an der FU lehrte, verabschiedete die FU Berlin eine (allerdings eher restriktive) Universitäts- Assistentenordnung. Mitglied der Gruppe der FU-Gründungsassistenten war auch der wissenschaftliche Assistent des Slawischen Seminars (Polnisch) Eugen Schlinzigk. Edith Margass heiratete ihn 1951. Das Ehepaar zog in die Albrechtstraße 60, Berlin-Südende. 1953 verliert sich die Spur von Edith Margass. Quellen:
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Verfasst von Kirsten Süselbeck.
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| Edith Margass: Veröffentlichungen |
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Zusammengestellt aus dem KVK und dem Handbuch der deutschen Wissenschaft (Bd. 2) von Kirsten Süselbeck. |
| Edith Margass: Dokumente |
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Foto
Quelle: UA-FU Berlin, Bildarchiv ehem. Colloquium-Verlag Berlin (Reprosammlung).
Anfang des Eintrags |
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Lebenslauf 1
Quelle: Humboldt-Universität Berlin, Universitätsarchiv, Personalakten: Edith Margass.
Anfang des Eintrags |
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Lebenslauf 2
Quelle: Archiv, FU Berlin, Bestand Phil.-Fak. Ehem. Lehrbeauftragte / Lektoren, Ordner M.
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Zusammengestellt von Kirsten Süselbeck. |