(1889–1987) |
| Leben und Schaffen | Dokumente | Ergänzungen |
| Maria Schwauß: Leben und Schaffen |
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Schriftstellerverband des Bezirkes Dresden
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Quelle: Leseprobe. Schriftsteller des Bezirkes Dresden.
Hrsg. v. Rat des Bezirkes Dresden und vom Schriftstellerverband der Deutschen
Demokratischen Republik, Bezirk Dresden. Dresden: VEB F.A. Brockhaus Verlag
u.a., [1973]: 177. (gbb, cm) |
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Frauenstadtarchiv Dresden Biographische Sammlung - Schwauß, Maria (11.4.1889 Bautzen - 24.1.1987 Dresden-Loschwitz) Dichterin, Übersetzerin. Studierte in Zürich Biologie, zehnjähriger Aufenthalt in Guatemala, unterrichtete die Kinder eines deutschen Farmers. Qu.: Tafel zum Elbhangfest 1998, Weiß/Wonneberger 1997 |
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Für die Angaben danken wir Nicole Schönherr
vom Frauenstadtarchiv/Zeitzeugenarchiv Dresden. |
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Ulrike Mühlschlegel Maria Schwauß ist heute vor allem als Verfasserin des zweibändigen Wörterbuchs Lateinamerikanisches Sprachgut bekannt. Ihre weiteren Tätigkeiten und ihre Biographie, in vielerlei Hinsicht typisch für gelehrte Frauen im frühen 20. Jahrhundert, sind inzwischen aber weitgehend unbekannt. In Vorträgen und Aufsätzen wird Maria Schwauß nach wie vor in den Schatten von Georg Hellmuth Neuendorff gestellt und als getreue Mitarbeiterin charakterisiert, die sein Werk unterstützt und zuende geführt hat. Maria Thekla Henriette Schwauß wird am 11. April 1889 in Bautzen geboren. Sie ist das dritte von fünf Kindern eines Landwirts; nach dem Tod des Vaters zieht die Mutter mit ihnen nach Dresden. Maria Schwauß besucht dort die Schule bis zur 10. Klasse und absolviert anschließend eine zweijährige Ausbildung zur Erzieherin. Nebenbei beginnt sie zu schreiben und verfasst Märchen und Erzählungen. Nach dem staatlichen Erzieherinnen–Examen 1907 will Maria Schwauß ein Universitätsstudium aufnehmen. Dies ist Frauen in Deutschland zu jener Zeit aber noch versperrt, so dass sie den Weg vieler Geschlechtsgenossinnen wählt und, nach eigener Vorbereitung, 1912 in der Schweiz ihre Matura (Abitur) ablegt. An der Universität Zürich beginnt sie ein Studium der Botanik und Zoologie, das sie jedoch 1914 aus finanziellen Gründen abbrechen muss. Um ihren Lebensunterhalt selbständig zu sichern, ergreift Maria Schwauß den Beruf der Lehrerin. Zunächst ist sie in Ungarn tätig, dann kehrt sie nach Deutschland zurück. Neben ihrer Berufstätigkeit interessiert sie sich weiter für die Literatur und veranstaltet literarische Soireen und Lesungen. 1919 geht Maria Schwauß als Hauslehrerin zu einer deutschen Pflanzerfamilie nach Guatemala, deren fünf Kinder sie bis 1928 unterrichten wird. Die tropische Flora und Fauna und die Exotik der Tropen beeindrucken sie tief. Sie verharrt aber nicht in oberflächlichem Staunen, sondern beschäftigt sich eingehend mit der Alltagskultur Guatemalas. Maria Schwauß erlernt Spanisch (und vermutlich auch Grundlagen der indigenen Sprachen), sie studiert die sozialen Bedingungen und die von indigenen, spanischen und anderen europäischen Elementen geprägte Kultur. Nach ihrer Rückkehr nach Dresden findet Maria Schwauß eine Anstellung beim argentinischen Konsulat, bei der sie in Verwaltung und Sekretariat ihre Kenntnisse der spanischen Sprache einsetzen kann. Daneben organisiert sie Ausstellungen und Lesungen, hält Vorträge und veröffentlicht erste Aufsätze über die Kultur Guatemalas. 1934 wird das argentinische Konsulat geschlossen und Maria Schwauß verliert ihre Stelle. Sie wechselt in die Exportabteilung eines Unternehmens und schließlich 1938 ins Volksbildungsministerium. Aufgrund ihres sozialdemokratischen Engagements wird bereits 1933 die erste Hausdurchsuchung bei ihr durchgeführt, ab 1940 häufen sich Verhöre, kurzfristige Verhaftungen, Durchsuchungen und Schikanen an der Arbeitsstelle. Maria Schwauß zieht sich aus dem Berufsleben und dem öffentlichen Kulturleben zurück und beginnt ihre zweite Schaffensphase, in der sie bis zu ihrem Tod als Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin tätig ist. 1941 und 1943 veröffentlicht sie zwei Romane, in denen sie die Eindrücke der Jahre in Guatemala verarbeitet: Tropenspiegel und Im Banne der Vulkane.
Maria Schwauß ist in den folgenden Jahren als Übersetzerin und Herausgeberin lateinamerikanischer Autoren tätig. U.a. übersetzt sie Romane von Ciro Alegría und Carlos Luis Fallas sowie Texte von und über Ramón Gómez de la Serna, Pablo Neruda, Diego Rivera und Frida Kahlo. Maria Schwauß und ihr Werk werden durch den Kunstpreis der Stadt Dresden und den Vaterländischen Verdienstorden der DDR geehrt. Dennoch lebt sie im Alter weitgehend unbeachtet und ihr Tod 1987 bleibt ohne Echo in Medien und Öffentlichkeit. Die Bedeutung von Maria Schwauß liegt vor allem in den Übersetzungen, die sich im Spannungsfeld von autorgetreuer Übersetzung und Nachdichtung bewegen. Stets mit dem Ziel, die lateinamerikanische Literatur dem deutschen Publikum nahezubringen, musste Maria Schwauß abwägen, wie viel Fremdheit sie den Leserinnen und Lesern zumuten konnte und wo die Wortgewalt des Originals überzeugen sollte. Aus übersetzungswissenschaftlicher und kulturgeschichtlicher Perspektive bieten die von ihr übersetzten Texte daher umfangreiches Forschungsmaterial. Die Tätigkeiten von Maria Schwauß auf kulturellem Gebiet sind bisher praktisch unerforscht. Ihr Engagement hat über lange Jahre zur Verbreitung der lateinamerikanischen Literatur in Deutschland und zur besseren Kenntnis der Alltagskultur eines (damals) so fernen Landes wie Guatemala beigetragen. Dennoch steht eine Zusammenstellung ihrer Vorträge, Aufsätze und Ausstellungen zu den verschiedenen Themen noch aus. Schließlich sind auch die beiden Teile ihres umfangreichen Nachlasses mit Notizbüchern, Manuskripten und Briefen (Ibero–Amerikanisches Institut PK, Berlin; Sächsische Landes– und Universitätsbibliothek Dresden) weitestgehend unbearbeitet. Quellen:
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Für diesen Beitrag danken wir Dr. Ulrike Mühlschlegel vom Ibero-Amerikanischen Institut Berlin. |
| Maria Schwauß: Dokumente |
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Porträts:
Quelle: Leseprobe. Schriftsteller des Bezirkes Dresden.
Hrsg. v. Rat des Bezirkes Dresden und vom Schriftstellerverband der Deutschen
Demokratischen Republik, Bezirk Dresden. Dresden: VEB F.A. Brockhaus Verlag
u.a., [1974]: 250. (gbb, cm)
Quelle:
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Deutsche Fotothek, Aufnahme Else Seifert um 1950. Anfang des Eintrags |
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Auszug aus dem "Tropenspiegel":
Quelle: Leseprobe. Schriftsteller des Bezirkes
Dresden. Hrsg. v. Rat des Bezirkes Dresden und vom Schriftstellerverband
der Deutschen Demokratischen Republik, Bezirk Dresden. Dresden: VEB F.A.
Brockhaus Verlag u.a., [1974]: 177-178. (gbb, cm) Anfang des Eintrags |
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Auszug aus "Der Mensch in Flammen":
Quelle: Leseprobe. Schriftsteller des Bezirkes Dresden.
Hrsg. v. Rat des Bezirkes Dresden und vom Schriftstellerverband der Deutschen
Demokratischen Republik, Bezirk Dresden. Dresden: VEB F.A. Brockhaus Verlag
u.a., [1974]: 179. (gbb, cm) Anfang des Eintrags |
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Auszug aus dem "Wörterbuch der Flora und Fauna in Lateinamerika":
Quelle: Leseprobe. Schriftsteller des Bezirkes Dresden.
Hrsg. v. Rat des Bezirkes Dresden und vom Schriftstellerverband der Deutschen
Demokratischen Republik, Bezirk Dresden. Dresden: VEB F.A. Brockhaus Verlag
u.a., [1974]: 179. (gbb, cm) |
| Maria Schwauß: Ergänzungen |
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Zum Nachlass Schwauß vgl. http://www.iai.spk-berlin.de/biblioth/nachl/nachld.htm bzw. speziell [pdf]: 233. Schwauß, Maria (1889-1987)
Erklärung der verwendeten Abkürzungen:
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Quelle: Schumacher, Gudrun; Wolff, Gregor: Nachlässe, Manuskripte und Autographen im Besitz des IAI. Berlin, Ibero-Amerikanisches Institut, November 2004: 63. (cm, gbb) |